Zunächst einmal muss Kotfressen, oder auch Koprophagie genannt, nicht zwangsläufig bedeuten, dass dein Hund ein gesundheitliches Problem hat. Viele Hunde zeigen dieses Verhalten und sind vollkommen gesund.
Insbesondere wenn Kot von Pflanzenfressern aufgenommen wird, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen.
Das Kotfressen von Fleischfressern oder des eigenen Kotes kann es aber ein Hinweis auf ein gesundheitliches Problem sein!
Es gibt Hinweise darauf das das Kotfressen auf eine enzymatische Verdauungsstörung hindeuten kann (Maldigestion). Nährstoffe können dabei aufgrund des Mangels an Verdauungsenzymen nicht mehr richtig verwertet werden. Da Kot unter anderem Bakterien und Enzyme aus dem Darm enthält versuchen betroffenen Hunde sich durch die Kotaufnahme selbst zu behandeln.
Als Ursache kommen eine Pankreasinsuffizienz oder ein Mangel am Hormon Cholecystokinin (CCK). Bei Einer Pankreasinsuffizienz werden nicht mehr genügend Verdauungsenzyme produziert bei einem Mangel an Hormon CCK könnte die Bauchspeicheldrüse zwar die notwendigen Enzyme ganz normal produzieren, sie wird aber nicht ausreichen zur Ausschüttung angeregt. CCK stimuliert somit die Enzymausschüttung.
Eine fehlbesiedelte Darmflora kann ebenfalls Kotfressen verursachen.
Die Darmbakterien können die Verdauung nicht mehr optimal unterstützen, da die Ausschüttung von bakteriellen Enzymen, die für die Aufspaltung von Nährstoffen zuständig sind, eingeschränkt ist. Infolgedessen versuchen Hunde die passenden Enzyme/Bakterien durch die Aufnahme von Fleischfresserkot zu kompensieren.
Aber was kann man jetzt dagegen machen?
Eine Kurweise Gabe von Verdauungsenzymen für 1-3 Monate kann bei einem Cholecystokinin Mangel Abhilfe schaffen. Bei einer Bauchspeicheldrüseninsuffizienz müssen ohnehin Verdauungsenzyme dauerhaft gegeben werden.
Wird das Kotfressen nach vier Wochen trotzdem nicht besser, dann kann die Gabe eines Synbiotikums für 6-8 Wochen sinvoll sein.
Weitere Ursachen für Kotfressen können aber auch Stress, Langeweile oder Darmparasiten sein. Eine Kotuntersuchung kann daher ebenfalls sinnvoll sein.